Die Ḥūṯīs im Jemen: Herkunft, Lehren und Ziele
Von Ferhat Abū ʿAbdillāh
Kurz zusammengefasst
Die Ḥūṯīs, die sich selbst „Anṣār Aḷḷāh“ nennen, sind eine bewaffnete Bewegung aus dem zayditischen Milieu im Norden des Jemen. Sie stehen in der Tradition der Ǧārūdiyyah, der extremsten Richtung der Zaydiyyah, und haben sich unter dem Einfluss der iranischen Revolution der Zwölfer-Šīʿah stark angenähert.
Ihr Kern ist die Lehre, die Herrschaft (imāmah) stehe von Aḷḷāh her allein den Nachkommen von al-Ḥasan und al-Ḥusayn zu. Mit dieser Herrschaftslehre verbinden maßgebliche Texte ihrer Führer die Herabsetzung Abū Bakrs, ʿUmars und weiterer Gefährten, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhum, sowie scharfe Angriffe auf die Ahl as-Sunnah, die sie als „Wahhābiten“ bekämpfen.
Die heutige Bewegung geht auf Ḥusayn al-Ḥūṯī (gest. 1425 n. H. / 2004) und die Lehren seines Vaters Badr ad-Dīn al-Ḥūṯī (gest. 1431 n. H. / 2010) zurück; geführt wird sie von seinem Bruder ʿAbd al-Malik al-Ḥūṯī. Über Jahre gewachsen ist eine Verbindung zu Iran, die ideologische Nähe, Waffenlieferungen und militärische Zusammenarbeit umfasst; Berichte eines UN-Expertengremiums belegen iranische Waffen in ihren Händen.
Ihre Raketen in Richtung Israel sind kein Beweis für die Richtigkeit ihrer Lehren und heben die Verantwortung für ihre übrigen Taten nicht auf: Dieselbe Bewegung hat die Lehranstalt Dār al-Ḥadīṯ in Dammāǧ belagert, Moscheen zerstört und im Oktober 2026 den Flughafen von Riyāḍ angegriffen, wobei zwölf Menschen getötet wurden. Gelehrte der Ahl as-Sunnah, vom Rat der Großgelehrten bis zum heutigen Großmufti al-Fauzān, haben vor ihnen gewarnt.
Bismi-llāh, wa-ṣ-ṣalātu wa-s-salāmu ʿalā rasūli-llāh, wa ʿalā ālihi wa ṣaḥbihi wa man wālāh, ammā baʿd:
Einleitung
Am Samstag, dem 29. Rabīʿ al-Āḫir 1448 n. H. (10. Oktober 2026), schlug eine Rakete am King-Khalid-Flughafen in Riyāḍ ein. Nach Angaben der saudischen Behörde für Zivilluftfahrt starben zwölf Menschen, 309 wurden verletzt. Zu dem Angriff bekannten sich nach Presseberichten die Ḥūṯīs1 aus dem Jemen.23
Im deutschsprachigen Raum werden dieselben Ḥūṯīs von einigen Muslimen bewundert. Man sieht Bilder von Raketen, die in Richtung Israel abgefeuert werden, hört Parolen gegen Amerika und die Juden und schließt daraus: Diese Leute stehen auf der Seite der ummah. Wer so denkt, kennt meist weder ihre Geschichte noch ihre Lehren, noch weiß er, was sie seit zwei Jahrzehnten den Muslimen im Jemen antun, die der sunnah folgen.
Dieser Artikel will dem abhelfen. Er erklärt, woher die Ḥūṯīs kommen, was sie glauben, wer sie führt, wer sie bewaffnet und welches Ziel sie verfolgen. Er stützt sich auf Aussagen ihrer Führer, auf klassische Werke über die Gruppen der Muslime, auf neuere Untersuchungen und auf Aussagen anerkannter Gelehrter. Wo wir eine Aussage der Ḥūṯīs nicht im Original, sondern über ein anderes Buch zitieren, steht das in der Fußnote. Und wenn hier von „den Ḥūṯīs“ die Rede ist, ist die Bewegung und ihre Führung gemeint, nicht jeder Mensch, der in ihrem Herrschaftsgebiet lebt. Aḷḷāh, taʿālā, gebietet, Nachrichten zu prüfen, bevor man über Menschen urteilt:
Qurʾān
يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوٓاْ إِن جَآءَكُمۡ فَاسِقُۢ بِنَبَإٖ فَتَبَيَّنُوٓاْ أَن تُصِيبُواْ قَوۡمَۢا بِجَهَٰلَةٖ فَتُصۡبِحُواْ عَلَىٰ مَا فَعَلۡتُمۡ نَٰدِمِينَ
„O die ihr glaubt, wenn ein Frevler zu euch mit einer Nachricht kommt, dann prüft sie genau nach, damit ihr nicht Leuten in Unwissenheit Schaden zufügt und dann über das, was ihr getan habt, Reue empfinden werdet.“4
Sūrat al-Ḥuǧurāt (49:6)
Genau das gilt auch umgekehrt: Wer eine Gruppe lobt, nur weil sie in einer Sache das Richtige zu tun scheint, ohne sie zu kennen, kann damit großes Unrecht stützen.
Woher kommt der Name?
Der Name „Ḥūṯīs“ (al-Ḥūṯiyyūn) geht auf die Familie al-Ḥūṯī zurück. Der Name verweist insbesondere auf Badr ad-Dīn al-Ḥūṯī, eine der führenden Bezugspersonen der Zaydiyyah in Ṣaʿdah, und seine Söhne Ḥusayn und ʿAbd al-Malik. Sie selbst nennt sich seit 2011 „Anṣār Aḷḷāh“ (Helfer Aḷḷāhs), um sich, wie Dr. ʿAbd al-Maǧīd al-Ġaylī5 erklärt, nicht mehr als zayditische Gruppe, sondern als allgemeine nationale und islamische Bewegung darzustellen.6
Die politische Öffnung nach der Vereinigung des Jemen 1990 schuf den Rahmen für neue zayditische Organisationen, darunter die „Partei der Wahrheit“ (Ḥizb al-Ḥaqq). Ad-Dawsarī datiert die Anfänge des „Forums der Gläubigen Jugend“ (Muntadā aš-Šabāb al-Muʾmin), das Sommerlager und Lehrkreise in Ṣaʿdah abhielt, auf das Jahr 1992. Aus diesem Umfeld entwickelte sich nach inneren Spaltungen die von Ḥusayn al-Ḥūṯī geprägte, zunehmend bewaffnete Bewegung.7
Die Zaydiyyah: Woher der Name, und was die Ḥūṯīs mit ihr gemeinsam haben
Um die Ḥūṯīs zu verstehen, muss man die Zaydiyyah kennen, aus der sie hervorgegangen sind. Sie ist nach Zayd ibn ʿAlī ibn al-Ḥusayn ibn ʿAlī ibn Abī Ṭālib, raḥimahu-ḷḷāh, benannt, einem Urenkel ʿAlīs, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhu. Zayd erhob sich in Kūfah gegen den umayyadischen Kalifen Hišām ibn ʿAbd al-Malik8 und wurde im Jahr 122 n. H. getötet. Ibn Taymiyyah (gest. 728 n. H.), raḥimahu-ḷḷāh, führt dazu die Worte Abū Ḥātim al-Bustīs (Ibn Ḥibbān, gest. 354 n. H.), raḥimahu-ḷḷāh, an:
Abū Ḥātim al-Bustī
قُتِلَ زَيْدُ بْنُ عَلِيِّ بْنِ الْحُسَيْنِ بِالْكُوفَةِ سَنَةَ اثْنَتَيْنِ وَعِشْرِينَ وَمِائَةٍ، وَصُلِبَ عَلَى خَشَبَةٍ، وَكَانَ مِنْ أَفَاضِلِ أَهْلِ الْبَيْتِ وَعُلَمَائِهِمْ، وَكَانَتِ الشِّيعَةُ تَنْتَحِلُهُ
„Zayd ibn ʿAlī ibn al-Ḥusayn wurde im Jahr 122 in Kūfah getötet und danach an einem Holzpfahl gekreuzigt. Er war einer der Vorzüglichen der Ahl al-Bayt und ihrer Gelehrten, und die Šīʿah beriefen sich auf ihn.“9
Ibn Taymiyyah verbindet mit diesem Aufstand auch die Erklärung der Bezeichnungen Rāfiḍah und Zaydiyyah:
Ibn Taymiyyah
وَمِنْ زَمَنِ خُرُوجِ زَيْدٍ افْتَرَقَتِ الشِّيعَةُ إِلَى رَافِضَةٍ وَزَيْدِيَّةٍ، فَإِنَّهُ لَمَّا سُئِلَ عَنْ أَبِي بَكْرٍ وَعُمَرَ فَتَرَحَّمَ عَلَيْهِمَا رَفَضَهُ قَوْمٌ، فَقَالَ لَهُمْ: رَفَضْتُمُونِي، فَسُمُّوا رَافِضَةً لِرَفْضِهِمْ إِيَّاهُ، وَسُمِّيَ مَنْ لَمْ يَرْفُضْهُ مِنَ الشِّيعَةِ زَيْدِيًّا لِانْتِسَابِهِمْ إِلَيْهِ
„Seit der Zeit des Aufstands Zayds spalteten sich die Šīʿah (Schia) in Rāfiḍah und Zaydiyyah. Als er nämlich nach Abū Bakr und ʿUmar gefragt wurde und für beide um Aḷḷāhs Barmherzigkeit bat, wies ihn eine Gruppe zurück. Da sagte er zu ihnen: Ihr habt mich zurückgewiesen (rafaḍtumūnī). So wurden sie Rāfiḍah10 genannt, weil sie ihn zurückwiesen; und wer von den Šīʿah ihn nicht zurückwies, wurde Zaydī genannt, weil sie sich ihm zuordneten.“11
Nach diesem Bericht trägt die Zaydiyyah also den Namen Zayds, weil sie ihm folgte und sich ihm zuordnete, als er für Abū Bakr und ʿUmar, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhumā, um Barmherzigkeit bat. Was alle Gruppen der Zaydiyyah verbindet und sie zugleich von der Imāmiyyah (den Zwölfer-Schiiten) unterscheidet, ist Folgendes: Sie nehmen nicht an, dass der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, jeden einzelnen Imām aus der Nachkommenschaft von al-Ḥasan und al-Ḥusayn ausdrücklich eingesetzt habe. Vielmehr sagen sie, die Herrschaft (imāmah) liege bei den Nachkommen der beiden, den beiden „Bäuchen“ (al-baṭnān), gemeint sind die beiden Abstammungslinien von al-Ḥasan und al-Ḥusayn, ohne dass eine bestimmte Person benannt sei; und sie stimmen darin überein, dass Zayd ibn ʿAlī der erste war, der sich nach al-Ḥusayn erhob. Deshalb nennt man sie Zaydiyyah.12
Innerhalb der Zaydiyyah gab es aber von Anfang an sehr verschiedene Richtungen. Abū l-Ḥasan al-Ašʿarī (gest. 324 n. H.), raḥimahu-ḷḷāh, zählt in seinem Werk über die Lehren der Muslime sechs Gruppen auf. Einige von ihnen erkannten die Herrschaft Abū Bakrs und ʿUmars, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhumā, ausdrücklich an, etwa die Batriyyah, die Anhänger von al-Ḥasan ibn Ṣāliḥ ibn Ḥayy (gest. 169 n. H.) und von Kaṯīr an-Nawwāʾ; Batriyyah heißen sie, weil Kaṯīr den Beinamen al-Abtar trug. Nach al-Ḥasan ibn Ṣāliḥ werden sie auch Ṣāliḥiyyah genannt.13 Al-Ašʿarī sagt über sie:
Al-Ašʿarī
يَزْعُمُونَ أَنَّ عَلِيًّا أَفْضَلُ النَّاسِ بَعْدَ رَسُولِ اللهِ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ وَأَوْلَاهُمْ بِالْإِمَامَةِ، وَأَنَّ بَيْعَةَ أَبِي بَكْرٍ وَعُمَرَ لَيْسَتْ بِخَطَإٍ؛ لِأَنَّ عَلِيًّا تَرَكَ ذَلِكَ لَهُمَا
„Sie behaupten, ʿAlī sei nach dem Gesandten Aḷḷāhs, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, der vorzüglichste Mensch und der Herrschaft am würdigsten gewesen, der Treueid auf Abū Bakr und ʿUmar sei aber kein Fehler gewesen, weil ʿAlī ihnen diese überlassen habe.“14
Weiter berichtet al-Ašʿarī, dass sie sich bei ʿUṯmān, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhu, und seinen Mördern zurückhalten und ihn nicht zum Ungläubigen erklären; von al-Ḥasan ibn Ṣāliḥ werde allerdings berichtet, er habe sich nach den Ereignissen, die man ʿUṯmān vorwarf, von ihm losgesagt.15 Die Batriyyah gilt deshalb als die Gruppe der Zaydiyyah, die den Ahl as-Sunnah am nächsten steht, auch wenn sie ʿAlī über Abū Bakr und ʿUmar, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhum, stellt.16 Die Ḥūṯīs stützen sich aber gerade nicht auf diese Richtung, sondern auf ihr Gegenteil: die Ǧārūdiyyah.
Wer sind die Ǧārūdiyyah?
Die Ǧārūdiyyah sind die Anhänger von Abū l-Ǧārūd Ziyād ibn al-Munḏir (gest. um 150 n. H.). Al-Ašʿarī beschreibt ihre Grundlehre so:
Al-Ašʿarī
فَمِنْهُمُ الْجَارُودِيَّةُ أَصْحَابُ أَبِي الْجَارُودِ […] يَزْعُمُونَ أَنَّ النَّبِيَّ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ نَصَّ عَلَى عَلِيِّ بْنِ أَبِي طَالِبٍ بِالْوَصْفِ لَا بِالتَّسْمِيَةِ، فَكَانَ هُوَ الْإِمَامَ مِنْ بَعْدِهِ، وَأَنَّ النَّاسَ ضَلُّوا وَكَفَرُوا بِتَرْكِهِمُ الِاقْتِدَاءَ بِهِ بَعْدَ الرَّسُولِ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
„Zu ihnen gehören die Ǧārūdiyyah, die Anhänger Abū l-Ǧārūds […]. Sie behaupten, der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, habe ʿAlī ibn Abī Ṭālib durch Beschreibung, nicht durch Namensnennung, als Nachfolger bestimmt; er sei also nach ihm der Imām gewesen, und die Menschen seien in die Irre gegangen und ungläubig geworden, weil sie ihm nach dem Gesandten, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, nicht folgten.“17
Hier liegt der entscheidende Unterschied: Wenn die Herrschaft ʿAlīs eine Anordnung des Propheten, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, war, dann hätten Abū Bakr, ʿUmar und die übrigen Gefährten, die ihnen folgten, diese Anordnung missachtet. Nach al-Ašʿarīs Darstellung erklärten sie diejenigen, die ʿAlī nach dem Propheten nicht folgten, für irregegangen und ungläubig. In der Frage der Gefährten unterscheidet sie sich damit kaum noch von den Rāfiḍah. Ibn Ḥazm (gest. 456 n. H.), raḥimahu-ḷḷāh, zählt sie deshalb zu den drei Gruppen der Šīʿah mit den abscheulichsten Lehren:
Ibn Ḥazm
أَهْلُ الشُّنَعِ مِنْ هَذِهِ الْفِرْقَةِ ثَلَاثُ طَوَائِفَ: أَوَّلُهَا الْجَارُودِيَّةُ مِنَ الزَّيْدِيَّةِ، ثُمَّ الْإِمَامِيَّةُ مِنَ الرَّافِضَةِ، ثُمَّ الْغَالِيَةُ
„Die Leute der abscheulichen Lehren unter dieser Gruppe sind drei Richtungen: zuerst die Ǧārūdiyyah von den Zaydiyyah, dann die Imāmiyyah von den Rāfiḍah, dann die Ġāliyah.“18
Bemerkenswert ist, wo Muqbil ibn Hādī al-Wādiʿī (gest. 1422 n. H.), raḥimahu-ḷḷāh,19 der in Dammāǧ bei Ṣaʿdah lebte und lehrte, diese Worte anführt: in seinem Buch über die Revolution Ḫumaynīs20, gleich zu Beginn des Kapitels mit der Überschrift „Ḫumaynīs Vorgänger und seine Imāme“.21 Er ordnete die Ǧārūdiyyah also theologisch den Vorgängern Ḫumaynīs zu, Jahre bevor die Ḥūṯīs als Bewegung auftraten.
Wichtig ist eine zweite Tatsache: Im Jemen hat sich die Ǧārūdiyyah durchgesetzt. Für ihre starke Stellung innerhalb der jemenitischen Zaydiyyah führt Dr. al-Ġaylī auch Aussagen zayditischer Autoritäten selbst an. Der zayditische Imām ʿAbdullāh ibn Ḥamzah (gest. 614 n. H.)22 erklärte nach dem Bericht Ḥumaydān ibn Yaḥyā al-Qāsimīs:
ʿAbdullāh ibn Ḥamzah
الزَّيْدِيَّةُ عَلَى الْحَقِيقَةِ هُمُ الْجَارُودِيَّةُ، وَلَا يُعْلَمُ فِي الْأَئِمَّةِ بَعْدَ زَيْدِ بْنِ عَلِيٍّ مَنْ لَيْسَ بِجَارُودِيٍّ
„Die Zaydiyyah sind in Wahrheit die Ǧārūdiyyah; man kennt unter den Imāmen nach Zayd ibn ʿAlī keinen, der nicht Ǧārūdī gewesen wäre.“23
Auch der jemenitische Gelehrte Našwān ibn Saʿīd al-Ḥimyarī (gest. 573 n. H.)24 schrieb, im Jemen gebe es zwei Gruppen der Šīʿah: „die Ǧārūdiyyah von den Zaydiyyah und die Mubārakiyyah von den Ismāʿīliyyah“; die Ǧārūdiyyah sei in Ṣanʿāʾ, Ṣaʿdah und deren Umgebung verbreitet.25 Dr. al-Ġaylī zieht daraus den Schluss, dass die verbreitete Annahme, die Zayditen des Jemen seien überwiegend keine Ǧārūdiyyah, nicht zutrifft.
Was die Ḥūṯīs also mit dieser jemenitischen, ǧārūditisch geprägten Tradition verbindet, ist ihr Kern: die Herrschaft als Recht einer Abstammungslinie und der Anspruch, allein die Partei der Rechtleitung zu sein. Die im Folgenden behandelten Texte ihrer Führer verbinden diese Herrschaftslehre mit der Herabsetzung der Gefährten. Die Ḥūṯīs haben diese Lehre nicht erfunden; sie haben sie aus den Büchern geholt und in eine bewaffnete Bewegung verwandelt.26
Ihre Lehren
Was die Ḥūṯīs glauben, muss man nicht erraten. Im Jahr 2012 veröffentlichten ʿAbd al-Malik al-Ḥūṯī und führende zayditische Gelehrte das „Grundsatzdokument zu Lehre und Kultur“ (al-Waṯīqah al-fikriyyah wa-ṯ-ṯaqāfiyyah); ʿAbd al-Malik schrieb darunter: „Dies ist unsere Sicht und unsere ʿaqīdah.“27 Hinzu kommen die Vorträge Ḥusayn al-Ḥūṯīs, die als Hefte (malāzim) gesammelt in den Kursen der Bewegung gelehrt werden, und die Schriften Badr ad-Dīns.
1. Die Herrschaft als Glaubensgrundsatz. Für die Ḥūṯīs ist die imāmah keine Frage der politischen Ordnung, sondern ein Grundsatz der Religion. In ihrem Grundsatzdokument heißt es:
Grundsatzdokument der Ḥūṯīs (2012)
الْإِمَامُ بَعْدَ الرَّسُولِ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ هُوَ أَخُوهُ وَوَصِيُّهُ أَمِيرُ الْمُؤْمِنِينَ عَلِيُّ بْنُ أَبِي طَالِبٍ، ثُمَّ الْحَسَنُ، ثُمَّ الْحُسَيْنُ، ثُمَّ الْأَئِمَّةُ مِنْ أَوْلَادِهِمَا […]
„Der Imām nach dem Gesandten, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, ist sein Bruder und der von ihm bestimmte Nachfolger (waṣī), der Befehlshaber der Gläubigen ʿAlī ibn Abī Ṭālib, dann al-Ḥasan, dann al-Ḥusayn, dann die Imāme aus ihren Nachkommen […]“28
Das Dokument verbindet dies mit der Behauptung, Aḷḷāh habe das Haus des Gesandten auserwählt und seine Angehörigen bis zum Jüngsten Tag zu Wegweisern der ummah und Erben des Buches gemacht.29 In der Praxis hat der „Anführer“ (as-Sayyid al-Qāʾid) die Stelle des Imāms eingenommen, die militärische Gewalt die Stelle des Treueids.30
2. Die Gefährten. Hier zeigt sich am deutlichsten, wohin diese Lehre führt. Ḥusayn al-Ḥūṯī sagte über die Folgen der Herrschaft Abū Bakrs und ʿUmars:
Ḥusayn al-Ḥūṯī
كُلُّ بَلِيَّةٍ أُصِيبَتْ بِهَا الْأُمَّةُ، كُلُّ انْحِطَاطٍ وَصَلَتْ إِلَيْهِ هَذِهِ الْأُمَّةُ، كُلُّ كَارِثَةٍ بِمَا فِيهَا كَرْبَلَاءُ، الْمَسْؤُولُ الْأَوَّلُ عَنْهَا هُوَ عُمَرُ
„Jedes Unglück, das die ummah getroffen hat, jeder Niedergang, in den diese ummah geraten ist, jede Katastrophe einschließlich Karbalāʾ: Der Hauptverantwortliche dafür ist ʿUmar.“31
In weiteren Wiedergaben aus seinem ersten Vortrag zur Sūrat al-Māʾidah bezeichnet er Muʿāwiyah, Abū Bakr und ʿUmar als „Untaten ʿUmars“ und ʿUmar als den „Architekten“ des ganzen Vorgangs.32
Über ʿUmar, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhu, spottete er außerdem, er sei für seine Grobheit und seine Peitsche (ad-dirrah) bekannt gewesen, mit der er „diesen und jenen“ geschlagen habe; auf dem Schlachtfeld aber sei er den Kämpfern ausgewichen. Ḥusayn unterstellt ʿUmar damit Feigheit.33
An anderer Stelle nennt er „Abū Bakr, ʿUmar, ʿUṯmān, Muʿāwiyah, ʿĀʾišah und ʿAmr ibn al-ʿĀṣ“ ausdrücklich als diejenigen, die die ummah ins Unrecht gestürzt hätten, und bezeichnet die Vorgänger der ummah als „Leitfiguren des Bösen“ (aʿlām šarr).34 Dr. al-Ġaylī deutet eine Rede ʿAbd al-Maliks zum Tag der wilāyah 1443 n. H. als Vorwurf einer frühen Abweichung von der Führung ʿAlīs; der angeführte Redeauszug spricht von einer Gefahr, der sogar die Generation ausgesetzt gewesen sei, die den Gesandten erlebt hatte.35
Dabei bleibt es nicht bei den Gefährten. Ḥusayn al-Ḥūṯī macht den Glauben eines jeden heutigen Muslims davon abhängig, wie er zu Abū Bakr und ʿUmar, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhumā, steht:
Ḥusayn al-Ḥūṯī
مَنْ فِي قَلْبِهِ ذَرَّةٌ مِنَ الْوَلَايَةِ لِأَبِي بَكْرٍ وَعُمَرَ لَا يُمْكِنُ أَنْ يَهْتَدِيَ إِلَى الطَّرِيقِ […] وَلَنْ يَكُونُوا مِنْ حِزْبِ اللهِ
„Wer im Herzen auch nur ein Stäubchen Loyalität gegenüber Abū Bakr und ʿUmar trägt, kann den Weg nicht finden […], und sie werden nicht zur Partei Aḷḷāhs gehören.“36
Ähnlich erklärte er, schon die Loyalität gegenüber Abū Bakr und ʿUmar bringe einen Menschen in Gegensatz zum Qurʾān.37 Und er behauptete, die islamische ummah werde keinen Sieg erringen und ihre Lage nicht in Ordnung kommen, außer durch die Šīʿah und unter der Führung der Nachkommen ʿAlīs.38
Man sollte sich klarmachen, was das bedeutet: Diese Aussagen richten sich gegen die Ahl as-Sunnah, die Abū Bakr und ʿUmar, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhumā, anerkennen und lieben. Genau das meinen die Gelehrten, wenn sie sagen, die Ḥūṯīs seien keine harmlose Rechtsschule, sondern eine Gruppe, die sich gegen die Grundlagen der Ahl as-Sunnah richtet.
Dabei spricht der Qurʾān selbst von Abū Bakr, ohne ihn mit Namen zu nennen, als Aḷḷāh, taʿālā, von der Auswanderung Seines Gesandten und dessen Gefährten in der Höhle berichtet:
Qurʾān
إِذۡ هُمَا فِي ٱلۡغَارِ إِذۡ يَقُولُ لِصَٰحِبِهِۦ لَا تَحۡزَنۡ إِنَّ ٱللَّهَ مَعَنَاۖ
„… als die beiden in der Höhle waren, als er zu seinem Gefährten sagte: ‚Sei nicht traurig, gewiss, Aḷḷāh ist mit uns.‘“39
Sūrat at-Taubah (9:40)
Der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, wurde gefragt, welcher Mensch ihm am liebsten sei. Er sagte: „ʿĀʾišah.“ Auf die Frage, wer unter den Männern, sagte er: „Ihr Vater“, und danach: „ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb.“40 Mit beiden war er auch durch Ehe verbunden: ʿĀʾišah war die Tochter Abū Bakrs und Ḥafṣah die Tochter ʿUmars. Und ʿAlī selbst, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhu, antwortete seinem Sohn Muḥammad ibn al-Ḥanafiyyah auf die Frage, wer nach dem Gesandten Aḷḷāhs der beste Mensch sei:
Muḥammad ibn al-Ḥanafiyyah berichtet von seinem Vater ʿAlī
قُلْتُ لِأَبِي: أَيُّ النَّاسِ خَيْرٌ بَعْدَ رَسُولِ اللهِ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ؟ قَالَ: أَبُو بَكْرٍ، قُلْتُ: ثُمَّ مَنْ؟ قَالَ: ثُمَّ عُمَرُ
„Ich fragte meinen Vater: Wer ist nach dem Gesandten Aḷḷāhs, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, der beste Mensch? Er sagte: Abū Bakr. Ich fragte: Und dann wer? Er sagte: Dann ʿUmar.“41
Mehr noch: ʿUmar war mit Umm Kulṯūm, der Tochter ʿAlīs, verheiratet; in einem bei al-Buḫārī überlieferten Bericht nannten einige Anwesende sie gegenüber ʿUmar „die Tochter des Gesandten Aḷḷāhs, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, die bei dir ist“, denn sie war seine Enkelin.42 Wenn nach Ḥusayn al-Ḥūṯī jeder, der auch nur ein Stäubchen Loyalität gegenüber Abū Bakr und ʿUmar, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhumā, trägt, nicht zur Partei Aḷḷāhs gehört, was bedeutet das dann für ʿAlī, der beide über alle anderen stellte und seine Tochter mit ʿUmar verheiratete? Wusste er etwa nicht, wer Abū Bakr und ʿUmar waren? Diese Überlieferungen widersprechen jedenfalls der Darstellung, ʿAlī habe die beiden als Feinde der Religion betrachtet.
Und über alle seine Gefährten sagte der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam:
Ḥadīṯ
«لَا تَسُبُّوا أَصْحَابِي، فَلَوْ أَنَّ أَحَدَكُمْ أَنْفَقَ مِثْلَ أُحُدٍ ذَهَبًا مَا بَلَغَ مُدَّ أَحَدِهِمْ وَلَا نَصِيفَهُ»
„Beschimpft meine Gefährten nicht! Selbst wenn einer von euch Gold im Ausmaß des Uḥud ausgäbe, würde er damit nicht an einen mudd eines von ihnen heranreichen, nicht einmal an dessen Hälfte.“43
Über die Anṣār, die Helfer aus Madīnah, sagte er:
Ḥadīṯ
«آيَةُ الْإِيمَانِ حُبُّ الْأَنْصَارِ، وَآيَةُ النِّفَاقِ بُغْضُ الْأَنْصَارِ»
„Das Zeichen des Glaubens ist die Liebe zu den Anṣār, und das Zeichen der Heuchelei ist der Hass auf die Anṣār.“44
3. Die Ahl as-Sunnah. Badr ad-Dīn al-Ḥūṯī schrieb: „Zur geretteten Gruppe gehören die Familie des Gesandten und diejenigen, die mit ihnen in ihrer Religion übereinstimmen.“45 Mehr noch: Er erklärte Ibn al-Amīr aṣ-Ṣanʿānī (gest. 1182 n. H.), aš-Šawkānī (gest. 1250 n. H.) und al-Maqbalī (gest. 1108 n. H.) zu Unheilstiftern, weil sie zur Lehre derer aufgerufen hätten, die den Ahl al-Bayt widersprechen.46 In den Vorträgen Ḥusayns werden die Ahl as-Sunnah durchgehend als „Wahhābiten“ beschimpft, als Verbündete Amerikas und der Zionisten und als Wurzel des Terrors. Über die Anfänge der Lehrtätigkeit der Ahl as-Sunnah im Norden des Jemen sagte er offen: „Wir sagten: Wir wünschten, dieser Staat würde uns und die Wahhābiten allein lassen.“ Dr. al-Ġaylī versteht dies als Wunsch, ohne den Schutz des Staates für die Gegenseite gegen sie vorgehen zu können.47
4. Die Anlehnung an die Zwölfer-Šīʿah. Badr ad-Dīn verfasste ein Buch, in dem er die Übereinstimmungen in der ʿaqīdah zwischen Zaydiyyah und Zwölfer-Šīʿah hervorhob. Nach ad-Dawsarī und Dr. al-Ġaylī werden unter den Ḥūṯīs Aschura-Feiern nach zwölferschiitischem Vorbild begangen, der Fünfte (ḫums) als religiöse Abgabe eingetrieben48 und Bücher der Zwölfer-Šīʿah verbreitet.49 Nach ad-Dawsarī verbreiten sie außerdem das Buch ʿAṣr aẓ-Ẓuhūr des libanesischen Zwölferschiiten ʿAlī al-Kūrānī (gest. 1445 n. H. / 2024),50 in dem eine „islamische Revolution im Jemen“ als rechtgeleitetste aller Fahnen vor dem Erscheinen des Mahdī angekündigt wird, deren Anführer aus der Gegend von Ṣaʿdah stammen soll.51
Die führenden Köpfe
Badr ad-Dīn al-Ḥūṯī (1926 bis 2010) war der geistige Vater der Bewegung. Er stammte aus Ḍaḥyān bei Ṣaʿdah und war eine der führenden Bezugspersonen der Zaydiyyah in Ṣaʿdah. Bekannt wurde er vor allem durch seine Streitschriften gegen die Ahl as-Sunnah, die er „Wahhābiten“ nannte, darunter Taḥrīr al-Afkār und eine Gegenschrift zu Muqbil al-Wādiʿīs Buch aṭ-Ṭalīʿah fī r-radd ʿalā ġulāt aš-šīʿah, voller Angriffe auf die Gefährten.52 Als Anfang der 1990er Jahre einige zayditische Gelehrte erklärten, die Herrschaft stehe jedem fähigen Muslim zu, den die ummah wählt, verweigerte er die Unterschrift und verteidigte die Beschränkung auf die Nachkommen al-Ḥasans und al-Ḥusayns.53 Nach dem Bürgerkrieg 1994 ging er mit seinen Söhnen für einige Jahre nach Iran.54
Ḥusayn al-Ḥūṯī (1960 bis 2004), sein ältester Sohn, gründete die eigentliche Bewegung. Er wurde 1993 ins Parlament gewählt, hielt in Marrān und Ḍaḥyān Vorträge, die als malāzim bis heute den Lehrplan der Bewegung bilden, und zeigte offen seine Bewunderung für die Revolution Ḫumaynīs. 2002 führte er die sogenannte „Ṣarḫah“ ein, den Schlachtruf, der seither auf allen Fahnen der Ḥūṯīs steht:55
Die Parole der Ḥūṯīs
اللهُ أَكْبَرُ، الْمَوْتُ لِأَمْرِيكَا، الْمَوْتُ لِإِسْرَائِيلَ، اللَّعْنَةُ عَلَى الْيَهُودِ، النَّصْرُ لِلْإِسْلَامِ
„Aḷḷāh ist am größten. Tod für Amerika. Tod für Israel. Fluch über die Juden. Sieg für den Islam.“56
Dr. al-Ġaylī weist darauf hin, dass diese Parole den Schlagworten der iranischen Revolution vor dem Sturz des Schahs nachgebildet ist, und urteilt: Sie war ein Mittel der Mobilisierung, das der Bewegung einen Anstrich der Sorge um die ganze ummah gab, während sich der tatsächliche Kampf auf den Jemen beschränkte und dem Ziel diente, die Herrschaft der Imāme wiederherzustellen.57 Ḥusayn wurde 2004 im ersten Krieg gegen die jemenitische Armee getötet.
ʿAbd al-Malik al-Ḥūṯī (geb. 1979) übernahm nach dem Tod seines Bruders die Führung, obwohl er nicht der älteste der Söhne war; sein Vater bestimmte ihn dafür. Zwischen 2004 und 2010 führte die Bewegung sechs Kriege gegen den jemenitischen Staat; der erste begann noch unter Ḥusayn. Unter ʿAbd al-Malik eroberte sie im September 2014 die Hauptstadt Ṣanʿāʾ und herrscht seither über weite Teile des Nordens. Er trägt den Titel „as-Sayyid al-Qāʾid“ und ist, wie Dr. al-Ġaylī schreibt, die oberste politisch-religiöse Autorität der Bewegung, nach dem Muster der Führung Ḫumaynīs, ohne selbst ein Staatsamt zu bekleiden.58
Die Nähe zu Iran
Die Verbindung der Ḥūṯīs zu Iran ist keine Erfindung ihrer Gegner. Dr. al-Ġaylī, der sie ausführlich darstellt, betont zu Recht, dass die Bewegung eigene, jemenitische Wurzeln hat und nicht einfach von Iran „gemacht“ wurde. Doch ab den 1980er Jahren sahen manche Zayditen in Ṣaʿdah die Revolution Ḫumaynīs als Vorbild für die Rückkehr der Imāme. Unter Berufung auf mehrere Untersuchungen berichtet Dr. al-Ġaylī von Reisen Badr ad-Dīns und seines Umfelds nach Qom, wobei die Angaben zu Zeitpunkt und Einzelheiten voneinander abweichen; junge Leute aus Ṣaʿdah erhielten Stipendien dort, und manche von ihnen traten zur Zwölfer-Šīʿah über. Für die 1990er Jahre führt er außerdem Berichte über die militärische Ausbildung junger Männer in Iran und im Libanon an.59
Nach jemenitischen Berichten, die Dr. al-Ġaylī anführt, flossen Gelder über die iranische Botschaft in Ṣanʿāʾ in die Sommerlager der „Gläubigen Jugend“; Iran half beim Aufbau von Einrichtungen wie dem „Badr-Zentrum“ und beim Aufbau ihres Fernsehsenders al-Masīrah, Kader der libanesischen Ḥizbullāh bildeten ihre Medienleute aus.60 Mit den Kriegen ab 2004 wurde aus Sympathie handfeste Unterstützung.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Gelehrte der Ahl as-Sunnah schon früher auf solche Bündnisse hingewiesen haben. Ibn Taymiyyah, raḥimahu-ḷḷāh, erhob im Zusammenhang mit der Verwüstung Baġdāds durch die Mongolen im Jahr 656 n. H. den folgenden Vorwurf:
Ibn Taymiyyah
وَأَمَّا إِعَانَتُهُمْ لِهُولَاكُو […] فَهَذَا أَظْهَرُ وَأَشْهَرُ مِنْ أَنْ يَخْفَى عَلَى أَحَدٍ […] وَكَانَ وَزِيرُ الْخَلِيفَةِ بِبَغْدَادَ الَّذِي يُقَالُ لَهُ ابْنُ الْعَلْقَمِيِّ مِنْهُمْ، فَلَمْ يَزَلْ يَمْكُرُ بِالْخَلِيفَةِ وَالْمُسْلِمِينَ […] فَهَلْ يَكُونُ مُوَالِيًا لِآلِ رَسُولِ اللهِ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ مَنْ يُسَلِّطُ الْكُفَّارَ عَلَى قَتْلِهِمْ وَسَبْيِهِمْ وَعَلَى سَائِرِ الْمُسْلِمِينَ؟
„Was ihre Hilfe für Hülegü betrifft […], so ist sie zu offenkundig und zu bekannt, als dass sie jemandem verborgen bleiben könnte […]. Der Wesir des Kalifen in Baġdād, Ibn al-ʿAlqamī,61 war einer von ihnen; er hörte nicht auf, gegen den Kalifen und die Muslime Ränke zu schmieden […]. Ist denn derjenige ein Freund der Familie des Gesandten Aḷḷāhs, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, der den Ungläubigen die Macht gibt, sie und alle übrigen Muslime zu töten und gefangen zu nehmen?“62
Seine Frage am Ende stellt sich auch heute: Wie kann sich eine Bewegung auf die Ahl al-Bayt berufen, die Waffen aus Iran erhält und sie gegen Muslime richtet?
Wer bewaffnet sie?
Die Raketen und Drohnen, mit denen die Ḥūṯīs Saudi-Arabien und die Schifffahrt im Roten Meer angreifen, beruhen nach den angeführten Untersuchungen auf ausländischer Technologie, zugelieferten Bauteilen und von außen vermitteltem Fachwissen; hinzu kommen eigene Fähigkeiten zum Zusammenbau und zur Veränderung der Systeme.63 Das Expertengremium der Vereinten Nationen für den Jemen untersuchte die Trümmer von zehn Raketen, die auf Saudi-Arabien abgefeuert worden waren, fand Markierungen, die auf iranischen Ursprung hindeuten, und hielt es für sehr wahrscheinlich, dass sie außerhalb des Jemen hergestellt, in Teilen eingeschmuggelt und dort wieder zusammengesetzt wurden.64 Ein späterer Bericht beschreibt, wie die Ḥūṯīs über Zwischenhändler Bauteile und über Land durch Oman sowie über den Seeweg auch vollständige Waffensysteme erhalten, darunter iranische.65 Die jemenitische Regierung bezeichnete die 2013 auf dem Schiff „Jihan“ beschlagnahmte Ladung als iranische Waffenlieferung für die Ḥūṯīs.66
Auch die von Saudi-Arabien geführte Koalition legte wiederholt Beweise vor: Ihr Sprecher Turkī al-Mālikī zeigte 2018 in Riyāḍ Teile iranischer Raketen der Typen „Qiyām“ und „Ṣayyād“, erklärte, wie die Raketen nach dem Schmuggel aus Iran im Jemen zusammengesetzt werden, und präsentierte später Bilder, auf denen Kämpfer der libanesischen Ḥizbullāh Ḥūṯīs im Starten von Drohnen ausbilden.67 Iran bestreitet das. Aber die Beweislage aus Trümmerfunden, Beschlagnahmungen und Berichten der Vereinten Nationen ist über Jahre so eindeutig geworden, dass selbst Dr. al-Ġaylī, der vor einer Vereinfachung warnt, zu dem Ergebnis kommt: Aus der ideologischen Nähe ist eine praktische Partnerschaft geworden, die die Ḥūṯīs zu einem Werkzeug der iranischen Ziele gemacht hat.68
Was sie den Ahl as-Sunnah im Jemen angetan haben
Wer die Ḥūṯīs nach ihren Taten beurteilen will, muss zuerst nach Dammāǧ schauen. Dort, in der Nähe von Ṣaʿdah, hatte Muqbil al-Wādiʿī, raḥimahu-ḷḷāh, seine Lehranstalt Dār al-Ḥadīṯ gegründet, an der Schüler aus vielen Ländern die sunnah lernten. Die Ḥūṯīs belagerten sie mit Waffengewalt und schnitten nach der von Dr. al-Ġaylī angeführten Darstellung Nahrung und Medikamente ab; die Schüler der Lehranstalt und die Gemeinschaft der Ahl as-Sunnah in Dammāǧ mussten den Ort schließlich verlassen.69 Schon Muqbil selbst hatte über die Zayditen von Ṣaʿdah berichtet: „Sie kamen nach Dammāǧ und wollten über uns herfallen“;70 und er sagte über die Šīʿah seiner Heimat:
Muqbil al-Wādiʿī
شِيعَةُ صَعْدَةَ قُلُوبُهُمْ مَمْلُوءَةٌ بِالْحِقْدِ عَلَى السُّنَّةِ وَعَلَى أَهْلِ السُّنَّةِ مُنْذُ عَرَفْنَاهُمْ
„Die Šīʿah von Ṣaʿdah: Ihre Herzen sind erfüllt von Groll gegen die sunnah und gegen die Ahl as-Sunnah, seit wir sie kennen.“71
Was nach 2014 folgte, ist in Berichten jemenitischer und internationaler Organisationen dokumentiert und bei Dr. al-Ġaylī auf über vierzig Seiten zusammengetragen. Moscheen, deren Imāme sich den Ḥūṯīs nicht beugten, wurden geschlossen, gesprengt oder in Versammlungsorte für die Reden ihres Anführers umgewandelt; zu den zerstörten Moscheen gehört die Moschee von Dār al-Ḥadīṯ in Kitāf bei Ṣaʿdah, und in ʿAmrān berichtet Dr. al-Ġaylī von der Sprengung von dreizehn Moscheen. Für große Moscheen in der Provinz al-Maḥwīt berichtet er, dass das tarāwīḥ-Gebet verhindert und die Betenden gezwungen wurden, Reden ʿAbd al-Maliks anzuhören, während Bewaffnete die Eingänge besetzten. Koranschulen mussten ihre Lehrpläne durch Stoffe über die wilāyah ersetzen.72 Nach einem von Dr. al-Ġaylī angeführten Bericht der jemenitischen Lehrergewerkschaft wurden zwischen Oktober 2014 und Dezember 2021 etwa 49.000 Verstöße gegen das Bildungswesen und seine Beschäftigte dokumentiert; ein weiterer Bericht spricht von über 20.000 entlassenen Lehrern.73
Und die Raketen auf Israel?
Bleibt die Frage, die viele bewegt: Haben die Ḥūṯīs nicht wenigstens gegen die Feinde der Muslime gekämpft, als andere schwiegen? Darauf sind mehrere Antworten nötig.
Erstens: Eine Tat, die nach außen der ummah zu nützen scheint, macht weder die ʿaqīdah ihres Täters richtig noch seine übrigen Taten gut. Der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, hat dafür selbst einen Maßstab gegeben, als er von einem Mann sprach, der an seiner Seite tapfer kämpfte und doch zu den Bewohnern des Feuers gehörte:
Ḥadīṯ
«إِنَّ اللهَ لَيُؤَيِّدُ هَذَا الدِّينَ بِالرَّجُلِ الْفَاجِرِ»
„Aḷḷāh unterstützt diese Religion wahrlich auch durch einen sündhaften Menschen.“74
Der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, sagte dies in Ḫaybar über einen Mann, der in seinem Heer tapfer kämpfte und von dem er dennoch sagte, er gehöre zu den Bewohnern des Feuers. Als der Mann schwer verwundet war, tötete er sich selbst. Da befahl der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, Bilāl auszurufen: „Ins Paradies tritt nur ein Gläubiger ein, und Aḷḷāh unterstützt diese Religion wahrlich auch durch einen sündhaften Menschen.“ Der Ḥadīṯ zeigt also: Tapferkeit und ein sichtbarer Nutzen für die Muslime reichen allein nicht aus, um die Rechtleitung eines Menschen zu bezeugen.75 Selbst wenn eine Rakete der Ḥūṯīs den Feinden der Muslime tatsächlich schaden sollte, ist das also kein Zeugnis für ihre Rechtleitung.
Zweitens: Die Parole „Tod für Amerika, Tod für Israel“ hat die Bewegung seit 2002 begleitet. In dieser Zeit richtete sich ihr Kampf, wie Dr. al-Ġaylī zeigt, nahezu vollständig gegen Muslime im Jemen und gegen ihre Nachbarn: gegen die jemenitische Armee, gegen Stämme, die sich ihnen nicht unterwarfen, gegen die Ahl as-Sunnah in Dammāǧ, gegen Saudi-Arabien. Angriffe auf Israel heben die Verantwortung der Bewegung für diese Taten nicht auf.
Drittens: Sie handeln im Rahmen der iranischen Strategie. Iran hat, wie Dr. al-Ġaylī es ausdrückt, mit Hilfe der Ḥūṯīs die Lage des Jemen in eine Karte im regionalen Spiel mit Raketen und Drohnen verwandelt.76 Fachleute sehen das ähnlich: Nach Einschätzung von Analysten richten die Angriffe auf Israel militärisch wenig aus, verschaffen den Ḥūṯīs aber regionale Anerkennung, festigen ihren Rückhalt im Inneren und helfen ihnen, neue Kämpfer zu werben.77 Solche Wirkungen sind aber kein Beweis für die Richtigkeit ihrer Lehren.
Auch Vertreter der international anerkannten jemenitischen Regierung und jemenitische Kommentatoren beurteilen die Berufung der Ḥūṯīs auf Palästina kritisch. Schon 2019 nannte der Informationsminister der international anerkannten jemenitischen Regierung, Muʿammar al-Iryānī, das Auftreten der Ḥūṯīs einen plumpen Versuch, die gerechte Sache Palästinas in den Dienst Irans und der wilāyat al-faqīh zu stellen; Regierungssprecher Rāǧiḥ Bādī sprach von einer offenen „Überbietung“ (muzāyadah) nach iranischen Vorgaben, die der palästinensischen Sache den größten Schaden zufüge.78 Nach einem Raketenangriff der Ḥūṯīs in Richtung Tel Aviv im September 2024 erklärte der stellvertretende Informationsminister Usāmah aš-Šarmī, den Schaden trügen allein die Jemeniten; die Angriffe dienten Iran vor allem als Werbung für seine Waffen. Der jemenitische Militärexperte Brigadegeneral Muḥammad ʿAbdullāh al-Kumaym urteilte, sie stützten am Ende Netanjahu, lieferten Israel das Argument, gegen die iranische Achse zu kämpfen, und hätten den USA die Militarisierung des Roten Meeres erleichtert.79
Viertens: Dieselben Raketen, die angeblich der ummah dienen, töteten im Oktober 2026 Reisende am Flughafen der Hauptstadt eines muslimischen Landes, in dem die Ahl as-Sunnah leben und die beiden heiligen Moscheen liegen. Wer die Ḥūṯīs für Israel lobt, muss sie auch für Riyāḍ, für Dammāǧ und für die geschlossenen Moscheen im Jemen verantworten.
Was verfolgen sie für ein Ziel?
Das Ziel der Ḥūṯīs ergibt sich aus ihrer ʿaqīdah: die Herrschaft der Nachkommen al-Ḥasans und al-Ḥusayns, wie sie sie verstehen, wiederherzustellen; die Imāmsordnung im Jemen endete 1962. Dr. al-Ġaylī fasst es so zusammen: Die Ḥūṯīs haben das Imāmat zwar nicht in seiner alten rechtlichen Form ausgerufen, aber sein Wesen wiederhergestellt, indem sie die Macht im Namen eines religiös-geschichtlichen Anspruchs an sich gerissen haben. An die Stelle des Imāms ist der Anführer getreten, an die Stelle des Treueids die militärische Herrschaft.80
Nach außen ist sie, wie wir gesehen haben, eng mit der iranischen Strategie in der Region verbunden. Nach innen bedeutet sie für die Ahl as-Sunnah, dass ihre ʿaqīdah, ihre Moscheen und ihre Gelehrten bekämpft werden, weil sie den „Leitfiguren der Rechtleitung“ nicht folgen, die die Ḥūṯīs für sich beanspruchen.
Was die Gelehrten sagen
So haben auch die Gelehrten geurteilt. Der Generalsekretär des Rates der Großgelehrten Saudi-Arabiens, Fahd ibn Saʿd al-Māǧid, erklärte am 26. März 2015, der Rat habe die Ḥūṯīs bereits in seiner Erklärung vom 19.11.1435 n. H. (2014) als terroristische Gruppe bezeichnet.81 Und der heutige Großmufti und Vorsitzende des Rates, Ṣāliḥ al-Fauzān, sagte in einer Erklärung vom 24. September 2026:
Ṣāliḥ al-Fauzān
تِلْكُمْ جَمَاعَةُ الْحُوثِيِّ، عِصَابَةُ الشَّرِّ، وَدَسِيسَةُ الْأَعْدَاءِ، الَّتِي قَامَتْ عَلَى فَسَادٍ فِي الْعَقِيدَةِ، وَفَسَادٍ فِي الْمَنْهَجِ […] فَكُونُوا صَفًّا وَاحِدًا تُجَاهَ هَذِهِ الْفِرْقَةِ الضَّالَّةِ، وَالْجَمَاعَةِ الْمُنْحَرِفَةِ، الَّتِي تُكَفِّرُ صَحَابَةَ النَّبِيِّ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ، وَتَسْتَحِلُّ دِمَاءَ الْمُسْلِمِينَ، وَتَسْتَبِيحُ مَسَاجِدَهُمْ بِالْهَدْمِ وَالتَّدْمِيرِ
„Das ist die Gruppe der Ḥūṯīs, eine Bande des Bösen und ein Werkzeug der Feinde, gegründet auf eine verdorbene ʿaqīdah und eine verdorbene Vorgehensweise […]. So steht geschlossen gegen diese abgeirrte Gruppe und abweichende Gemeinschaft, die die Gefährten des Propheten, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, zu Ungläubigen erklärt, das Blut der Muslime für erlaubt hält und ihre Moscheen durch Abriss und Zerstörung entweiht.“82
Muqbil al-Wādiʿī, raḥimahu-ḷḷāh, kritisierte bereits zu Lebzeiten die Šīʿah von Ṣaʿdah. Den seit 2004 geführten bewaffneten Aufstand und die spätere Belagerung seiner Lehranstalt erlebte er nicht mehr; er starb 1422 n. H. (2001). Seine Warnungen und seine Einordnung der Ǧārūdiyyah unter „Ḫumaynīs Vorgänger“ haben sich aber auf bittere Weise bestätigt.
Schluss
Die Ḥūṯīs sind kein Bollwerk der ummah, sondern die bewaffnete Form einer alten Lehre, die die Herrschaft einer Abstammungslinie zum Glaubensgrundsatz erhebt, die besten Menschen nach den Propheten, ʿalayhimu-s-salām, herabsetzt und die Ahl as-Sunnah als Feinde betrachtet. Über Jahre ist eine Verbindung zu Iran gewachsen, die ideologische Nähe, materielle Unterstützung und militärische Zusammenarbeit umfasst; zugleich hat die Bewegung eigene jemenitische Wurzeln und Machtinteressen.83 Ihre Parolen gegen Amerika und Israel ändern nichts an ihrer ʿaqīdah und nichts an dem, was sie den Muslimen im Jemen und ihren Nachbarn angetan haben.
Wer die ummah liebt, liebt zuerst diejenigen, durch die Aḷḷāh diese Religion zu uns gebracht hat: Abū Bakr, ʿUmar, ʿUṯmān, ʿAlī und alle Gefährten, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhum. Und er lässt sich nicht von einer Gruppe blenden, die genau diese Liebe zum Zeichen des Irrwegs erklärt. Aḷḷāh, taʿālā, sagt:
Qurʾān
وَأَنَّ هَٰذَا صِرَٰطِي مُسۡتَقِيمٗا فَٱتَّبِعُوهُۖ وَلَا تَتَّبِعُواْ ٱلسُّبُلَ فَتَفَرَّقَ بِكُمۡ عَن سَبِيلِهِۦۚ ذَٰلِكُمۡ وَصَّىٰكُم بِهِۦ لَعَلَّكُمۡ تَتَّقُونَ
„Und (Er hat euch anbefohlen:) Dies ist Mein Weg, ein gerader. So folgt ihm! Und folgt nicht den (anderen) Wegen, damit sie euch nicht von Seinem Weg auseinanderführen! Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget!“
Sūrat al-Anʿām (6:153)
Wir bitten Aḷḷāh, die Muslime im Jemen und in allen Ländern vor dem Unheil dieser Gruppe zu schützen und uns die Wahrheit als Wahrheit zu zeigen und uns zu helfen, ihr zu folgen.
Und Aḷḷāh weiß es am besten.
Verfasst von Ferhat Abū ʿAbdillāh
- Im deutschen Sprachraum meist „Huthis“ geschrieben. ↩︎
- Kurdistan 24, 11.10.2026 (Bericht über einen weiteren Angriff auf den Flughafen „am Tag nach einem blutigen Angriff, zu dem sich die Gruppe bekannt hatte“); bereits am 08.10.2026 hatte der Militärsprecher der Ḥūṯīs, Yaḥyā Sarīʿ, Angriffe auf den King-Khalid-Flughafen für sich beansprucht (Euronews Arabic, 08.10.2026). ↩︎
- Ergänzende Erklärung der saudischen Generalbehörde für Zivilluftfahrt vom 30. Rabīʿ al-Āḫir 1448 n. H. (11.10.2026), verbreitet von der Saudi Press Agency (SPA), u. a. in al-Madīnah und Sabq. Unter den zwölf Toten waren vier saudische Staatsbürger und acht Personen anderer Nationalitäten; unter den 309 Verletzten befanden sich Schwerverletzte. Saudi Press Agency, Meldung N2697992 vom 11.10.2026; die Opferzahlen auch bei der Agentur Anadolu, 11.10.2026. ↩︎
- Zu den überlieferten Offenbarungsanlässen gehört der Bericht über al-Walīd ibn ʿUqbah: Der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, schickte ihn zu den Banū l-Muṣṭaliq, um ihre zakāh (Pflichtabgabe) einzusammeln. Al-Walīd kehrte unterwegs um und meldete, sie hätten die zakāh verweigert und ihn töten wollen; erst eine Abordnung des Stammes stellte klar, dass das nicht stimmte. Ibn al-Qayyim (gest. 751 n. H.) weist darauf hin, dass Aḷḷāh nicht befiehlt, die Nachricht eines Frevlers zurückzuweisen, sondern sie zu prüfen: Bestätigen andere Anhaltspunkte sie, wird danach gehandelt, sonst nicht (Iʿlām al-Muwaqqiʿīn 1/104). Ibn ʿUṯaymīn (gest. 1421 n. H.) erklärt: Eine solche Nachricht nimmt man nicht an, weil ihr Überbringer ein Frevler ist, und man weist sie nicht ab, weil sie wahr sein kann; man fragt nach und prüft. Diese Pflicht gilt besonders dort, wo Neigungen und Parteilichkeit im Spiel sind; deshalb werden auch Gelehrten so viele Aussagen zugeschrieben, die sie nie getroffen haben (Tafsīr Sūrat al-Ḥuǧurāt, zu 49:6). Muḥammad al-Amīn aš-Šinqīṭī (gest. 1393 n. H.) entnimmt dem Vers zudem, dass die Nachricht eines Vertrauenswürdigen angenommen wird; er merkt an, dass die Überlieferungen zum Anlass der Offenbarung nicht frei von Schwäche sind (Aḍwāʾ al-Bayān, Ausgabe ʿAṭāʾāt al-ʿIlm, 7/663 ff.). Der Vers steht hier, weil viele ihr Urteil über die Ḥūṯīs auf Bilder und Schlagzeilen stützen, statt zu prüfen, was diese Bewegung lehrt und tut. ↩︎
- Dr. ʿAbd al-Maǧīd Muḥammad al-Ġaylī, geb. 1980 in Ḥaǧǧah (Jemen), Jemenit, promovierte an der König-Saud-Universität in Riyāḍ im Fach Diskursanalyse; Sprachwissenschaftler und Dozent für Arabisch, u. a. an der Al-Madinah International University. Sein Buch Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah (2026) ist die Hauptquelle dieses Artikels. ↩︎
- ʿAbd al-Maǧīd al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah (Ḥikmah Yamāniyyah, Taʿizz, 1. Aufl., 2026), S. 294. ↩︎
- Vgl. Nāyif ibn Saʿīd Nāyif ad-Dawsarī, al-Ḥarakah al-Ḥūṯiyyah: dirāsah manhaǧiyyah šāmilah (Dār aṣ-Ṣaḥwah al-ʿĀliyah li-ṭ-Ṭibāʿah wa-n-Našr, 1. Aufl., 1432 n. H.), S. 9–11; al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 277–297. ↩︎
- Hišām ibn ʿAbd al-Malik ibn Marwān war der zehnte Kalif der Umayyaden; er übernahm die Herrschaft im Jahr 105 n. H. nach dem Tod seines Bruders Yazīd ibn ʿAbd al-Malik, der seinerseits auf ʿUmar ibn ʿAbd al-ʿAzīz gefolgt war. Vgl. Ibn Kaṯīr (gest. 774 n. H.), al-Bidāyah wa n-Nihāyah, hrsg. von ʿAlī Šīrī, 9/261. ↩︎
- Ibn Taymiyyah, Minhāǧ as-Sunnah an-Nabawiyyah, hrsg. von Muḥammad Rašād Sālim, 1/35. Andere nennen das Jahr 121 n. H. ↩︎
- Rāfiḍah (Sg. rāfiḍī): „Die Rāfiḍah sind eine Gruppierung mit Glaubensansichten, deren gefährlichste die Erklärung der meisten Prophetengefährten, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhum, zu Ungläubigen ist, die Anfechtung des Kalifats der beiden Šayḫs Abū Bakr und ʿUmar, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhumā, und die Behauptung, das Kalifat gebühre ʿAlī ibn Abī Ṭālib, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhu, und nach ihm seinen Nachkommen“ (ʿAbd al-Qādir ibn Muḥammad ʿAṭā Ṣūfī, Dirāsah Manhaǧiyyah li-Baʿḍ Firaq ar-Rāfiḍah wa-l-Bāṭiniyyah, Dār al-Imām Muslim, 1. Aufl., 1438 n. H., S. 13). ʿAbdullāh, der Sohn Imām Aḥmads, sagte: Ich fragte meinen Vater, wer ein Rāfiḍī sei. Er sagte: „Wer Abū Bakr und ʿUmar beschimpft“ (Ibn Abī Yaʿlā, Ṭabaqāt al-Ḥanābilah, hrsg. von al-ʿUṯaymīn, 2/10). ↩︎
- Ibn Taymiyyah, Minhāǧ as-Sunnah 1/35; dieselbe Begebenheit auch in Ibn Taymiyyah, Maǧmūʿ al-Fatāwā, hrsg. von Ibn Qāsim, 13/36. ↩︎
- ʿAbdullāh ibn Ḥamzah (gest. 614 n. H.), al-ʿIqd aṯ-Ṯamīn fī aḥkām al-aʾimmah al-hādīn, S. 78; zum Namen vgl. ʿAbd al-Qāhir al-Baġdādī (gest. 429 n. H.), al-Farq bayna l-Firaq, S. 16; beides nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 23. ↩︎
- al-Ašʿarī, Maqālāt al-Islāmiyyīn, hrsg. von Ritter, S. 68; zum Namen Ṣāliḥiyyah vgl. Ibn Ḥazm, al-Fiṣal 2/89 und 4/77. ↩︎
- al-Ašʿarī, Maqālāt al-Islāmiyyīn, S. 68–69. ↩︎
- al-Ašʿarī, Maqālāt al-Islāmiyyīn, S. 69. ↩︎
- Vgl. al-Ašʿarī, Maqālāt al-Islāmiyyīn, S. 68–69. ↩︎
- al-Ašʿarī, Maqālāt al-Islāmiyyīn, S. 66–67. ↩︎
- Ibn Ḥazm, al-Fiṣal fī l-Milal wa l-Ahwāʾ wa n-Niḥal 4/179, nach Muqbil ibn Hādī al-Wādiʿī, al-Ilḥād al-Ḫumaynī fī arḍ al-Ḥaramayn, S. 175. ↩︎
- Abū ʿAbd ar-Raḥmān Muqbil ibn Hādī al-Wādiʿī al-Hamdānī wurde in Dammāǧ bei Ṣaʿdah geboren, in einer zayditisch geprägten Umgebung. Er studierte an der Islamischen Universität Madīnah und besuchte u. a. den Unterricht Ibn Bāz’ über Ṣaḥīḥ Muslim in der Prophetenmoschee. Zurück im Jemen gründete er in Dammāǧ die Lehranstalt Dār al-Ḥadīṯ, zu der Schüler aus dem ganzen Jemen und aus vielen Ländern kamen; seine Schüler gründeten Schulen in zahlreichen Gegenden des Jemen. Er gilt als derjenige, durch den Aḷḷāh die sunnah und die Wissenschaft des ḥadīṯ im Jemen in seiner Zeit wiederbelebt hat. Er starb am 30. Rabīʿ al-Āḫir 1422 n. H. in Ǧiddah. Vgl. seine Selbstbiografie Tarǧamat Abī ʿAbd ar-Raḥmān Muqbil ibn Hādī al-Wādiʿī (Dār al-Āṯār). ↩︎
- Gemeint ist die Revolution in Iran 1979, die Rūḥullāh al-Ḫumaynī (gest. 1409 n. H. / 1989) an die Macht brachte und die Herrschaft des „Rechtsgelehrten“ (wilāyat al-faqīh) errichtete. Ḫumaynī kehrte am 1. Februar 1979 aus seinem Exil bei Paris nach Teheran zurück. Nach US-Dokumenten, die 2016 freigegeben und von der BBC veröffentlicht wurden, stand er zuvor über Mittelsmänner mit der Regierung Carter in Kontakt und sicherte ihr unter anderem zu, das Öl für den Westen nicht abzustellen; vgl. die Berichte in aš-Šarq al-Awsaṭ vom Juni 2016 („Waṯāʾiq amrīkiyyah: al-Ḫumaynī tabādala rasāʾil sirriyyah maʿa Kīnidī wa Kārtar“). ↩︎
- al-Wādiʿī, al-Ilḥād al-Ḫumaynī, S. 175 ff. ↩︎
- ʿAbdullāh ibn Ḥamzah, genannt al-Manṣūr billāh, einer der bekanntesten zayditischen Imāme des Jemen und Verfasser von al-ʿIqd aṯ-Ṯamīn. Dr. al-Ġaylī widmet ihm ein eigenes Kapitel, weil er die Muṭarrifiyyah, eine andere zayditische Gruppe, zu Ungläubigen erklärte und gewaltsam gegen sie vorging; vgl. al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 204 ff. ↩︎
- Maǧmūʿ as-Sayyid Ḥumaydān, S. 347–348, nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 26. ↩︎
- Abū Saʿīd Našwān ibn Saʿīd al-Ḥimyarī, aus Ḥūṯ im Gebiet der Ḥāšid nördlich von Ṣanʿāʾ, Richter (qāḍī), Sprachgelehrter und Dichter; Verfasser des Wörterbuchs Šams al-ʿUlūm und des Werkes al-Ḥūr al-ʿĪn über die Gruppen der Muslime. Er stellte die Qaḥṭān (Südaraber) über die ʿAdnān und lag darüber mit den Nachkommen des zayditischen Imāms al-Qāsim al-ʿIyānī im Streit; zeitweise herrschte er über Burgen im Ǧabal Ṣabir. In der ʿaqīdah war er nach as-Suyūṭī Muʿtazilit. Vgl. Yāqūt al-Ḥamawī, Muʿǧam al-Udabāʾ 6/2745; al-Qifṭī, Inbāh ar-Ruwāh 3/342; as-Suyūṭī, Buġyat al-Wuʿāh 2/312; az-Ziriklī, al-Aʿlām 8/20. ↩︎
- Našwān al-Ḥimyarī, al-Ḥūr al-ʿĪn, S. 155 ff., nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 27. ↩︎
- Vgl. al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 316–318 und 344–357. ↩︎
- al-Waṯīqah al-fikriyyah wa-ṯ-ṯaqāfiyyah, datiert nach Dr. al-Ġaylī auf den 17.03.1433 n. H. (13.02.2012), erarbeitet von einem zayditischen Ausschuss unter dem Vorsitz ʿAbd al-Malik al-Ḥūṯīs; Mitglieder waren u. a. ʿAbd ar-Raḥmān Šāyim, Ḥusayn Yaḥyā al-Ḥūṯī, Ḥammūd ʿAbbās al-Muʾayyad und Muḥammad Muḥammad al-Manṣūr. Nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 317 (Dr. al-Ġaylī liegt eine Kopie des Dokuments vor). ↩︎
- Nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 321. ↩︎
- Grundsatzdokument, nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 322. ↩︎
- Vgl. al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 297. ↩︎
- Ḥusayn al-Ḥūṯī, Malzamat Durūs min waḥy ʿĀšūrāʾ und Malzamat Sūrat al-Māʾidah, ad-Dars al-awwal, nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 344. ↩︎
- Ḥusayn al-Ḥūṯī, Malzamat Sūrat al-Māʾidah, ad-Dars al-awwal, S. 2. ↩︎
- Ḥusayn al-Ḥūṯī, Yaum al-Quds al-ʿĀlamī, S. 23. Ad-dirrah ist die Peitsche bzw. der Schlagriemen, mit dem der Herrscher züchtigte; vgl. Ibn Manẓūr (gest. 711 n. H.), Lisān al-ʿArab 4/282. Die von Ḥusayn gebrauchte Wendung ḥīdī ḥiyādi ist eine Redensart für das Ausweichen vor dem Kampf. ↩︎
- Ḥusayn al-Ḥūṯī, Malzamat Sūrat Āl ʿImrān, ad-Dars al-awwal und aṯ-ṯānī, nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 346. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 345. ↩︎
- Ḥusayn al-Ḥūṯī, Malzamat Sūrat al-Māʾidah, ad-Dars al-awwal, nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 354. ↩︎
- Ḥusayn al-Ḥūṯī, al-Waḥdah al-īmāniyyah, S. 11. ↩︎
- Ḥusayn al-Ḥūṯī, Durūs min hady al-Qurʾān: Wa-lan tarḍā ʿanka l-yahūdu wa-lā n-naṣārā. ↩︎
- Dass Abū Bakr der Gefährte in der Höhle war, steht durch authentische Überlieferungen fest. Anas, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhu, berichtet von Abū Bakr: „Ich war mit dem Propheten, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, in der Höhle und sah die Spuren der Götzendiener. Da sagte ich: O Gesandter Aḷḷāhs, wenn einer von ihnen seinen Fuß höbe, würde er uns sehen. Er sagte: ‚Was meinst du über zwei, deren Dritter Aḷḷāh ist?‘“ (al-Buḫārī Nr. 4663; ähnlich Nr. 3653 und Muslim Nr. 2381). ʿĀʾišah, raḍiya-ḷḷāhu ʿanhā, berichtet, dass der Gesandte Aḷḷāhs und Abū Bakr sich drei Nächte lang in einer Höhle im Berg Ṯaur aufhielten (al-Buḫārī Nr. 3905). Entsprechend erklärt aṭ-Ṭabarī (gest. 310 n. H.), dass der Gefährte, zu dem der Gesandte sagte: „Sei nicht traurig“, Abū Bakr ist; so auch Qatādah: „Sein Gefährte war Abū Bakr, und die Höhle ist in einem Berg bei Makkah namens Ṯaur.“ (aṭ-Ṭabarī, Ǧāmiʿ al-Bayān, hrsg. von at-Turkī, 11/463–466, zu Sūrat at-Taubah, 9:40). ↩︎
- al-Buḫārī Nr. 3662, Muslim Nr. 2384. ↩︎
- al-Buḫārī Nr. 3671. ↩︎
- al-Buḫārī Nr. 2881. ↩︎
- al-Buḫārī Nr. 3673, Muslim Nr. 2541 mit leicht abweichendem Wortlaut. Gemeint ist der Rang ihrer Spende. Ein mudd ist ein Hohlmaß, ein Viertel eines ṣāʿ, und wird mit der Füllung zweier zusammengehaltener Hände erklärt. ↩︎
- al-Buḫārī Nr. 17, Muslim Nr. 74; ähnlich an-Nasāʾī Nr. 5019 und Aḥmad Nr. 12369. ↩︎
- Badr ad-Dīn al-Ḥūṯī, Taḥrīr al-Afkār, S. 42, nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 355. ↩︎
- Nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 355. ↩︎
- Ḥusayn al-Ḥūṯī, Malzamat Durūs min waḥy ʿĀšūrāʾ, nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 356–357. ↩︎
- Im Juni 2020 erließen die Ḥūṯīs eine Ausführungsverordnung zum jemenitischen Zakāh-Gesetz, die nach Presseberichten einen Fünften (20 %) auf Erträge aus Boden und Meer festlegt und den Banū Hāšim, also den Familien, die sich wie ʿAbd al-Malik al-Ḥūṯī auf den Propheten zurückführen, einen Anteil daran zuweist. Die Vereinigung der Gelehrten des Jemen erklärte die Verordnung am 12.06.2020 für religiös und rechtlich nichtig und für eine Aneignung des Vermögens der Jemeniten. Vgl. ʿArabī 21 (10. und 13.06.2020) und al-ʿArabiyyah (09.06.2020); der Text der Verordnung selbst wurde hier nicht eingesehen. ↩︎
- Vgl. al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 300, 308; ad-Dawsarī, al-Ḥarakah al-Ḥūṯiyyah, S. 35. ↩︎
- ʿAlī al-Kūrānī al-ʿĀmilī, geb. 1363 n. H. (1944) im Südlibanon, studierte in Naǧaf und Qom und ließ sich nach der Revolution von 1979 in Iran nieder; ʿAṣr aẓ-Ẓuhūr ist sein bekanntestes Buch. Angaben nach seinem Eintrag in der zwölferschiitischen Enzyklopädie WikiShia. ↩︎
- ad-Dawsarī, al-Ḥarakah al-Ḥūṯiyyah, S. 40–41; dort nach ʿAlī al-Kūrānī, ʿAṣr aẓ-Ẓuhūr, Qom, 17. Aufl., 1427 n. H., S. 117. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 299–301. ↩︎
- Die Erklärung erschien u. a. in der Zeitung al-Ummah Nr. 26 vom 15.10.1990, nach ʿAzzān, Qurašiyyat al-Ḫilāfah, S. 143; nach al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 320. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 301, 307. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 302–303. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 303. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 303. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 292–293, 301–304. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 305–307. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 309–311. ↩︎
- Muʾayyad ad-Dīn Abū Ṭālib Muḥammad ibn Aḥmad Ibn al-ʿAlqamī (gest. 656 n. H.), Wesir des letzten ʿabbāsidischen Kalifen al-Mustaʿṣim in Baġdād. Ibn Kaṯīr (gest. 774 n. H.) schreibt über ihn, er sei ein Rāfiḍī gewesen, der dem Islam und seinen Anhängern übel gesinnt war; er habe sich mit dem Ungläubigen Hülegü gegen den Islam und die Muslime verbündet, bis dieser anrichtete, was er anrichtete. Danach sei er selbst von den Mongolen gedemütigt worden und noch im selben Jahr vor Kummer gestorben. Als eine Frau ihn in seiner Erniedrigung sah, sagte sie zu ihm: „O Ibn al-ʿAlqamī, haben die ʿAbbāsiden dich etwa so behandelt?“ Ibn Kaṯīr, al-Bidāyah wa-n-Nihāyah, hrsg. von ʿAlī Šīrī, 13/246. ↩︎
- Ibn Taymiyyah, Minhāǧ as-Sunnah 5/155. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 312. ↩︎
- AFP berichtet unter Berufung auf einen Bericht des UN-Expertengremiums für Jemen (30./31.07.2018), z. B. Arab News, „UN panel finds further evidence of Iran link to Yemen missiles“. ↩︎
- Abschlussbericht des UN-Expertengremiums für Jemen, UN-Dokument S/2020/326 (Schreiben vom 27.01.2020, veröffentlicht am 28.04.2020); vgl. Farzin Nadimi, „The UN Exposes Houthi Reliance on Iranian Weapons“, Washington Institute. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 312, Anm. 1, mit Verweis auf al-Maṣdar Online, 06.02.2013. ↩︎
- Pressekonferenz der Koalition in Riyāḍ, 26.03.2018 (al-ʿArabiyyah, 26. und 27.03.2018); spätere Pressekonferenz Turkī al-Mālikīs, berichtet in al-Waṭan (Riyāḍ). ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 298, 313. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 295, mit Verweis auf Īrān wa-l-Ḥūṯiyyūn, S. 160 ff. ↩︎
- Muqbil ibn Hādī al-Wādiʿī, Tuḥfat al-Muǧīb ʿalā asʾilat al-ḥāḍir wa l-ġarīb, S. 96. ↩︎
- al-Wādiʿī, Tuḥfat al-Muǧīb, S. 40. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 434–437. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 438–439. ↩︎
- al-Buḫārī Nr. 3062, Muslim Nr. 111. ↩︎
- al-Buḫārī Nr. 3062 und 4203, Muslim Nr. 111. Ibn Baṭṭāl (gest. 449 n. H.) führt dazu die Erklärung al-Muhallabs an, dass der Prophet, ṣalla-ḷḷāhu ʿalayhi wa sallam, hier über einen bestimmten Mann mitteilte, dass ihn die angedrohte Strafe treffen werde; und er sagt, dass der Ausdruck „der sündhafte Mensch“ sowohl den sündigen Muslim als auch den Ungläubigen umfasst. Ibn Baṭṭāl, Šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī 5/222. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 309. ↩︎
- Amanda Mouawad (AFP), „Yemen’s Huthi rebels seek legitimacy with Israel attacks, analysts say“, Al-Monitor, November 2023; Stimson Center, Analyse von 2025 zum begrenzten militärischen Effekt der Angriffe und zum Propagandaerfolg der Ḥūṯīs (stimson.org). ↩︎
- Erklärungen Muʿammar al-Iryānīs und Rāǧiḥ Bādīs, berichtet in al-Imārāt al-Yaum, 18.02.2019. ↩︎
- Ašraf Ḫalīfah, „Ḫubarāʾ yamaniyyūn: ‚rudūd‘ al-Ḥūṯiyyīn ʿalā Isrāʾīl taḍurru l-Filasṭīniyyīn“ (Jemenitische Experten: Die „Antworten“ der Ḥūṯīs auf Israel schaden den Palästinensern), Erem News, September 2024. ↩︎
- al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 297. ↩︎
- Erklärung al-Māǧids vom 26.03.2015, berichtet u. a. in al-Yaum as-Sābiʿ, 26.03.2015. ↩︎
- Erklärung des Großmuftis Ṣāliḥ ibn Fauzān al-Fauzān an die Truppen und die Kräfte der Koalition, Saudi Press Agency, 24.09.2026; Saudi Press Agency, Meldung N2685324; vollständiger Abdruck in al-Ǧazīrah, 25.09.2026; veröffentlicht u. a. in ʿUkāẓ und Sabq. ↩︎
- Vgl. al-Ġaylī, Min az-Zaydiyyah ilā l-Ḥūṯiyyah, S. 305–313, besonders S. 313. ↩︎